Seltene Erden - 17 Bruchstücke
SCANDIUM, YTTRIUM, LANTHAN, CER, PRASEODYM, PROMETHIUM, NEODYM, SAMARIUM, EUROPIUM, GADOLINIUM, TERBIUM, DYSPROSIUM, HOLMIUM, ERBIUM, THULIUM, YTTERBIUM, LUTETIUM – 17 Spezialmetalle, unverzichtbar für Digitalisierung, Hochtechnologie und Energiewende. Zugleich sind sie mit erheblichen ökologischen, gesundheitlichen und geopolitischen Konflikten verbunden. Ihr Abbau bleibt meist unsichtbar, ausgelagert in andere Weltregionen und eingebettet in globale Machtverhältnisse.
Vom 05.–11. Mai 2026 eröffnet die Künstlerin Philine Rinnert auf dem Gelände des Museum für Naturkunde Berlin eine einwöchige, temporäre Grabungsstätte. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Naturwissen entsteht ein Resonanzraum für die 17 Seltenen Erden: ein Ort zwischen Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlichem Diskurs.
Ausgangspunkt ist die Behauptung des Baotou Rare Earth Museums im nordchinesischen Baotou, eröffnet 2022 im größten Abbaugebiet der Welt. Offiziell erzählt es die Geschichte der globalen Seltene-Erden-Industrie. Doch was wird dort sichtbar gemacht – und was bleibt verborgen? „17 Bruchstücke“ überträgt diese Frage ins Museum für Naturkunde Berlin. Die Intervention ist keine Ausstellung fertiger Antworten, sondern eine tektonische Landschaft aus Klang, Licht und Material und ein Ort der Fragen. Besucher:innen bewegen sich durch Fragmente und Leerstellen, werden selbst zu Mitgestalter:innen und treten in Beziehung zur geologischen Tiefenzeit, zur Herkunft und Zukunft der Seltenen Erden.
Mit Fotografien, Skizzen, Modellen, Licht, Sound und Geruch entwickeln sich "17 Bruchstücke": sinnliche, performative und partizipative Annäherungen an ein hochkomplexes Themenfeld. Begleitend finden Performances, Podiumsdiskussionen, ein Lesekreis, Workshops und ein Filmabend statt. Genauere Informationen zum Rahmenprogramm folgen in Kürze - bleibt gespannt!
Für eine Woche öffnet die Intervention das Museum als Resonanzraum für Ambivalenz, Vielstimmigkeit und Nichtwissen und lädt dazu ein, das Unsichtbare nicht aufzulösen, sondern bewusst wahrzunehmen.