Brecht-Tage: On the use and abuse of changing models
Brecht's Vorliebe für „Modelle“ ist vielleicht nicht sehr bekannt, aber sie zeigt sich deutlich in seinem Beitrag zum „Theater des wissenschaftlichen Zeitalters“. Walter Benjamin fasste Brechts Haltung in einem einzigen Satz zusammen: „Es kann so kommen, aber es kann auch ganz anders kommen; das ist die Grundhaltung eines Menschen, der für das epische Theater schreibt“ – eine Formulierung, die der Logik des zeitgenössischen Szenario-Denkens unheimlich nahe kommt. Insbesondere in der Klimaforschung und ganz allgemein in den Geowissenschaften sind Modelle ein integraler Bestandteil des „Theaters der Wissenschaft“. Das Denken in „Szenarien“, wie es vom IPCC und anderen Klimaorganisationen praktiziert wird, wurde schon viel früher im Theater der Renaissance erforscht, zu einer Zeit, als Galilei sein Wissen über die Sonne verbergen musste. Eine Weiterentwicklung von Brechts Modellkonzept könnte dort ansetzen, wo er selbst empfahl, seine Modelle zu ändern, während er sie formulierte.
Auf dem Podium:
- Drew Pendergrass
- Sebastian Kirsch
- Tom Turnball
- Patrick Primavesi
- Moderation: Maike Weißpflug
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt!
Wann: Mittwoch, 11.02.2026, 18:30-19:30 Uhr
Wo: Museum für Naturkunde Berlin, Invalidenstraße 43, 10115 Berlin
Weitere Informationen: Brecht-Tage 2026 | Literaturforum im Brecht-Haus